Wisent Reisen - Danzig individuell - Polen

Die eigensinnige Stadt zwischen der See und den Seen

Gdansk wurde von der Natur reich beschenkt: An der Ostseeküste gelegen, profitiert es vom malerischen Landschaftspark Dreistadt und den sanften Hügel und den Seen der Kaschubischen Schweiz. Östlich von Danzig trennt nur ein schmaler Streifen Land das Frische Haff von der Ostsee. Von Bodenwinckel/Katy Rybackie und Kahlberg/ Krynica Morska aus verkehren Ausflugsschiffe nach Elblag/Elbling und Frauenburg/Frombork. In die Danziger Bucht münden die Flüsse Weichsel und Nogat. Die Nogat führt direkt ins nur 60 km entfernte Marienburg/Malbork. Die dortige riesige Ordensburg des Deutschritterordens ist eines der Wahrzeichen der Region. Und nur 100 Kilometer westlich von Danzig befindet sich eines der schönsten Wanderdünen-Gebiete Europas - der Slowinski Nationalpark.


Die Danziger
Die Landschaft, die abwechslungsreiche Architektur, die tausendjährige Geschichte und berühmte Danziger - Arthur Schopenhauer, Gabriel Fahrenheit, Günter Grass, die polnischen Schriftsetller Stefan Chwin und Pawel Huelle - tragen zum Ruhm der Stadt bei. Im 15./16. Jahrhundert war Danzig Polens Tor zur Welt, ein "deutsches Juwel in der polnischen Krone". Dann preußische Provinz. Später die Freie Stadt, eine Republik in der Republik. "Mourir pour Danzig?", fragten die Westeuropäer 1939 – und Polen kämpften alleine um die Westerplatte und die polnische Post. Später wurde Gdansk zur Wiege der Solidarnosc. Die KP Polens stellte die streikenden Werftarbeiter als "Agenten des Imperialismus" hin. Doch die Danziger behaupteten sich auch damals und blieben dabei, in der "Freien Stadt Danzig" zu leben.


Die Hansestadt
Strenge Backsteingotik, elegante Renaissance und prunkvoller Rokoko sind in Gdansk miteinander verknüpft. Jede Gasse hat ihr besonderes Flair. Der Königsweg, vom Langgasser Tor bis zum Grünen Tor, begeistert durch die Fassaden der stattlichen Bürgerhäuser, durch das repräsentative Rechtstädtische Rathaus und den historischen Artushof. Die Lange Brücke an der Mottlau ist eine herrliche Promenade, die an den alten Speichern und dem gewaltigen Krantor entlang führt und einst zu den Hafenanlagen des alten Gdañsk gehörte. Romantische Stimmung herrscht in der stillen Frauengasse. Sie führt von der gewaltigen Marienkirche (eine der größten gotischen Sakralbauten Europas) durch das Frauentor zur Langen Brücke und ist ein herrliches Beispiel der früheren Danziger Architektur. Seit Jahrhunderten zieht die Frauengasse Künstler und Handwerksmeister, Bernsteinschleifer und Juweliere an.


Die Wiege der "Solidarnosc"

In den letzten Augusttagen des Jahres 1980, mit dem Streik polnischer Werftarbeiter, erlebte Europa den Anfang vom Ende der kommunistischen Ära. Ein Jahrzehnt später war das Sowjetreich zusammengebrochen. Alles hatte damit angefangen, daß in Danzig Tausende von Werftarbeitern unter der Führung von Lech Walesa für die Umsetzungen von 21 Forderungen der Arbeiterschaft zu streiken begannen - diese Forderungen sind inzwischen auf der UNESCO-Liste des Weltdokumentenerbes - Memory of the World - verzeichnet. Der gelernte Elektriker erwies sich als geschickter Gegenspieler der kommunistischen Machthaber. Schauplatz war damals die nach dem Führer der russischen Revolution genannte „Lenin-Werft“. Sie und Walesa sind seither ein Mythos. Vor der Werft wurde ein Denkmal für die gefallenen Werftarbeiter errichtet. Lech Walesa sagt von dieser massiven Stahlplastik, sie sei "eine Harpune, die auf einen Wal abgeschossen wurde. So sehr er auch um sich schlägt, er kann sie nicht mehr loswerden." Die monumentalen Kreuze symbolisieren die drei Werftarbeiter, die vor dem Werftgelände starben, die Anker sind ein Symbol für Glaube und Hoffnung. Eine ergreifende Inschrift von Czeslaw Milosz lautet: "Der du dem einfachen Menschen Unrecht/getan hast und darüber noch lachst,/ (...) sei nicht so sicher. Der Dichter merkt es./Du kannst ihn töten - es kommt ein neuer."


Das Gold der Ostsee
Bernstein, das Gold der Ostsee, ist gar kein Stein, sondern erhärtete Harz einer Kiefernart, die eine merkwürdige Faszination ausübt: jeder nimmt ein Stück Bernstein mit nach Hause, viele laufen wie besessen in der typischen Bernsteinsucher-Haltung am Strand entlang: gebückt und den Blick auf den Boden gerichtet. Danzig war seit eh und je ein wichtiger Umschlagplatz für Bernstein, in zahlreichen Werkstätten wurden Bernsteine bearbeitet, und dann als Schmuck, Möbel oder Skulpturen in der ganzen Welt verkauft. Bernstein spielt in der Stadt noch immer eine große Rolle. Im Museum für Geschichte der Stadt Danzig ist seit 2006 ein Bernsteinmuseum eingerichtet. Das Archäologische Museum zeigt die Dauerausstellung „Mit Bernstein durch Jahrtausende“. In der Danziger Rechtstadt gibt es einige Bernsteinwerkstätten und -ateliers.


Memling-Skandal
Das berühmteste Gemälde der Stadt - Hans Memlings Tryptichon "Das jüngste Gericht" - hängt im Nationalmuseum und hat eine kuriose Geschichte. Hans Memling. ein ca. 1440 geborener Meister der Flämischen Malerschule, wurde in Brügge zu einem der reichsten und angesehensten Bürger der Stadt. Seine Bilder waren bald über die Niederlande hinaus berühmt. Auf einer Kaperfahrt im Krieg zwischen England und der Hanse entriss der Danziger Kapitän Paul Beneke 1473 das Tryptichon "Das jüngste Gericht" - ursprünglich eine Auftragsarbeit für den Medici-Vertreter Jacopo Tani - seinem Besitzer in Florenz und überreichte es der Danziger Marienkirche als Geschenk. Daraufhin schaltete sich sogar der Papst in den Konflikt ein und drohte der Stadt Danzig mit einem Bann. Obwohl das Bild nach dem Konflikt um den Raub in Danzig blieb, machte es später Irrfahrten durch halb Europa. Napoleon schaffte es 1807 in den Louvre. Nach dem zweiten Weltkrieg hing es in der Petersburger Eremitage, heute befindet es sich wieder in Danzig. (nach: www.ostsee-urlaub-polen.de).


Die Dreistadt
Gdansk bildet zusammen mit Gdynia/Gdingen und Sopot/Zopott die "Dreistadt" (Trójmiasto), mit insgesamt fast 800.000 Einwohnern. Dabei sind es Städte, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Gdansk mit seiner über tausendjährigen wechselvollen Geschichte; Gdynia, erst 1926 von einem Fischerdorf zum wichtigen polnischen Ostseehafen ausgebaut; und Sopot, seit dem Ende des 19. Jahrhundert ein Nobelkurort mit internationalem Flair - auch bekannt durch die längste Holzmole Europas (über 500 m).

In Gdynia führt Sie ein Spaziergang an den Vilen aus den 20-30 Jahren des 20.jh vorbei zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt an die Piers am Skwer Kosciuszki. Dort stehen das Museumkriegsschiff "Blyskawica" und die Fregatte "Dar Pomorze", beide zu besichtigen. Nur ein paar Schritte weiter finden Sie das Ozeanographische Museum mit dem angeschlossenen Aquarium. Im Museum der Kriegsmarine erfährt man Interessantes über die lange Geschichte der polnischen Seefahrt. In direkter Umgebung von Gdynia befinden sich vier Landschaftsreservate "Kepa Redlowska", "Kacze Legi", "Cisowa" und "Kamienna Gora".


Sopots Ruf als wohlhabendes Reiseziel mit einer lebhaften kulturellen Szene und Nachtleben stammt noch aus der Vorkriegszeit. Zoppot war ein extrem luxurioeser Badeort im spaeten 19. und fruehen 20. Jahrhundert. Damals kamen hier Aristokraten und Kuenstler aus aller Welt zusammen. Ursprünglich waren es die Meeresluft und die Baeder, die Zoppot beliebt machten. Die Baeder wurden von einem unternehmerischen, ehemaligen Arzt Napoleons entwickelt, der sich in den Ort und in die Tochter eines Danziger Buergers verliebte. Aber schon bald gab es viele andere Attraktionen, die die Menschen hierher lockten. Mit seiner grossartigen Lage am Meer und der reizenden Architektur war Zoppot ein fantastischer Ort um in Kasinos Reichtuemer zu verspielen oder, wie die Aerzte empfiehlen, ein Bad im Meer zu nehmen. Viele der alten Jahrhundertwendevillen haben den Krieg überstanden. Die wunderbare alte Seebrücke bietet immer noch den besten Ausblick über die Ostsee.

Wisent Reisen wünscht Ihnen einen erlebnisreichen Aufenthalt in Danzig !


Kultur
Die schönste und ereignisreichste Zeit für einen Besuch der Dreistadt ist der Sommer, wenn der Dominikanermarkt und viele weitere Freiluftereignisse Gäste von weither anziehen. Aber auch zu anderen Zeiten im Jahr hat Gdansk ein großes kulturelles Angebot. Danzig hat rund um das Jahr etwas zu bieten: Mitte April findet in Gdansk ein internationales Gitarrenfestival mit namhaften Künstlern statt. Im Juni zieht die Seepilgerfahrt der Fischer aus Puck(Putzig) über die Danziger Bucht Besucher an und ebenfalls Ende Juni bis Anfang Juli steht das Internationale Kammermusikfestival Musica Sacra auf dem Programm. Der kulturelle Reigen im August wird mit dem Danziger Shakespeare-Tagen eröffnet und mit einem Festival des modernen Tanzes abgeschlossen. Im Herbst lädt das Teatr Miniatura zu den Polnischen Kleinkunsttagen ein.

Festivals und Veranstaltungen:

Danziger Musik Sommer, Juli/August, Open-Air-Konzerte mit klassischer Musik von weltberühmtem Solisten der Kammermusik in den historischen Bauwerken von Danzig, das alles können Sie erleben, wenn sie zwischen Juni / August Ihren Urlaub in Danzig planen (nach dem Programm fragen Sie bei der Touristeninformation).

Heineken Open'er Festival (Anfang Juli)
Der Militärflughafen Babie Doly am Rande der Hafenstadt Gdynia wird zum Schauplatz eines der größten Musikspektakel in Polen. Seit 2002 sponsert die Brauereikette Heineken das dreitägige Open’er Festival

Die Baltic Sail. Das internationale Segel-Treffen. Erste Hälfte Juli können sich Besucher der Veranstaltung auf viele Attraktionen rund um das Segel-Event freuen: Regatten und Shanty-Konzerte, Bootsbesichtigungen und vieles mehr.

Beach Party Gdynia Juli. Hier gehts in Sachen Trance, Dance und House richtig ab! Wer dabei ist, erlebt eine beeindruckende Laser- und Pyrotechnik-Show.

Internationales Shakespeare-Festival - Gdansk-Gdynia-Sopot / August
Aus den Shakespearetagen entwickelte sich 1997 das Shakespeare-Festival, das seitdem jedes Jahr in der Dreistadt stattfindet. Theatergruppen aus aller Welt führen Stücke von Shakespeare auf. Veranstalter ist die "Stiftung Teatrum Gedanense". Sie setzt sich seit 1990 für den Wiederaufbau des Elisabeth-Theaters ein, in dem schon seit dem frühen 17. Jahrhundert Stücke von Shakespeare gespielt wurden. Es war das erste private Theater, das auf dem heutigen Gebiet Polens gegründet worden war. Die Stiftung steht unter dem Patronat von Prinz Charles, zu seinen Unterstützern gehören der Filmemacher Andrzej Wajda und der in Danzig geborene Schriftsteller Günther Grass. Das Grundstück für den Wiederaufbau des Theaters hat die Stadt bereits zur Verfügung gestellt.

Bekannte und neue Stücke der Orgelmusik in der Ausführung von weltbekannten Solisten im Rahmen des Internationalen Festivals der Orgel-, Chor- und Kammermusik(Juli/August) Jeden Freitag in der Marienkirche finden Konzerte von Orgelsolisten, Chören, Kammer- und Symphonieorchestern statt.

Internationales Festival der Straßentheater FETA (Juli) Die Bühne ohne Grenzen: der Zuschauer wird oft zum Schauspieler. Kleine Kugelspielerszenen und monumentale Vorstellungen, Mimen, Stelzenläufer, Tänzer, Geschichten aus der ganzen Welt - dies alles gehört zum Straßentheaterfest in Danzig.

Dominikanermarkt (Erste drei Wochen im August) Händler und Künstler beleben in dieser Zeit die Danziger Altstadt. Konzerte, Theateraufführungen, Künstler,Verkaufsstände, Spezialitätenstände ziehen sowohl die Danziger als auch Touristen an .

Die Veranstaltung, die auf das Jahr 1260 zurückgeht, gilt als die größte ihrer Art in Europa.

Das Glockenspielfestival (August) ist ein einmaliges Musikereignis in Polen, denn Danzig ist im Besitz von zwei wertvollen Instrumenten - dem Glockenspiel in dem Rathaus der Rechtstadt und dem Konzertglockenkomplex in der Katharinenkirche. Vor allem Solokonzerte. Das Repertoire ist eine Übersicht von Werken für Glockenspiele - von barocken Werken von Johann Sebastian Bach bis zu den Werken aus dem 20. Jahrhundert von Artur Rubinstein.

Szanty pod Zurawiem (Festival "Seemannslieder am Krantor”, Juli) Das Festival findet jedes Jahr bei den internationalen Regatten Baltic Sail - Sail Gdansk statt. Es treten dabei bekannte Seemannsliedergruppen aus Polen auf, sowie Gäste vom Ausland.

Jazz Jantar“, ein wahrer Ohrenschmaus für Jazzfans , jeweils im November

Zusammenstellung: Wisent Reisen 2011


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Artikel über Danzig

Ein neues altes Gdansk

















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1 - Das Krantor - Wahrzeichen von Danzig
2 - Danzig in der Nacht
3 - Drachenboote in Danzig
4 - Die Sehnsucht nach der Ferne im Danziger Hafen
5 - Danziger Werft mit dem Denkmal der Werftarbeiter
6 - Bernsteinsuche im November
7 - Der Hafen in Gdynia
8 - Am Strand bei Gdynia
9 - Das schiefe Haus in Sopot
10 - Die Mole in Sopot
11 - Sobieszewo Insel
12 - Das Reservat "Ptasi Raj" auf Sobieszewo-Insel
13 - Zimmer in der "Alten Räucherei"
14 -Der Strand der Sobieszewo-Insel
15 - Das Zimmer in unserem Hotel in Danzig