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Krakau - das Leben der Boheme

Es hat keinen Sinn eine Liste von Krakauer Cafes und Restaurants zusammenzustellen - sie sind überall. Es seien nur zwei erwähnt die eine Vorstellung vom Phänome des Krakauer Kneipenlebens vermitteln können. In der Mitte der Florianska Strasse, nur ein paar Meter vom Floriantor und dem Hauptmarkt entfernt, befindet sich ein nur auf den ersten Blick gewöhnliches Gebäude mit einem grünen Schild. Das ist Jama Michalika (Michaliks Höhle, so genannt, weil es ursprünglich nur ein düsterer Saal ohne Fenster war), ist das älteste Künstler-Restaurant Polens. Die Geschichte begann 1895, als Jan Apolinary Michalik ein Café eröffnete. Er unterstützte Künstler, die oft mit ihren Bildern und Gedichten bezahlten. So entstand eine einmalige Sammlung, die auch heute an den Wänden des Restaurants zu bewundern ist. Hier wurde im Jahre 1905 das erste polnische Kabarett Zielony Balonik (Grüner Luftballon) gegründet.

In der zweiten Hälfte des 20. Jhs wurde die Piwnica pod Baranami (Keller unter den Widdern) zur berühmtesten Kneipe und Kleinkunstbühne Polens. Das Theater in dem gleichnamigen ehemaligen Adelspalais wurde von den Studenten im Zuge der Liberaliesierungspolitik unter Wladyslaw Gomulka im Jahre 1956 gegründet. In den folgenden 40 Jahren wurde unter der Ägide des Impressario Piotr Skrzynecki eine Vielzahl kleiner Stücke und Lieder aufgeführt sowie Kabarettabende organisiert, die an die große Tradition des Krakauer Kabaretts anknüpfen. Auch nach dem Tod Skrzyneckis treten die berühmtesten polnischen Musiker und Schauspieler hier auf, manch eine wichtige Karriere begann da, wie es im Fall von den berühmten Jazzmusiker Krzysztof Komeda und Andrzej Kurylewicz, der Chansonsänger Ewa Demarczyk, Marek Grechuta und Grzegorz Turnau war. Zu den Komponisten des Hauses gehörte auch der später durch die Filmmusik für Krzysztof Kieslowski bekannt gewordene Zbigniew Preisner. Auch heutzutage gibt es in Piwnica spannende Veranstaltungen.


DAS LITERARISCHE KRAKAU

Krakau galt schon immer als eine literarische Hochburg Polens. Lesen Sie unbedingt das Buch von Marta Kijowska: Krakau. Spaziergang durch eine Dichterstadt (dtv-Verlag, München 2005), wenn sie dieses Phänomen verstehen möchten. Da erfahren Sie viel über bedeutende Schriftsteller, wie Slawomir Mrozek und den Klassiker science fiction, aus Lemberg stammenden Stanislaw Lem, oder über die beiden Nobelpreisträger Wislawa Szymborska und Czeslaw Milosz, die ihr Leben auch mit Krakau verbunden haben. Mit auf den Spaziergang bekommen die Leser dieses Buches auch den zeitgenössischen politischen und gesellschaftlichen Hintergrund und kleine Portion Krakauer Klatsch und Intrigen.


MUSEEN

Die Museenbesucher können in Czartoryski-Museum u.a. die "Dame mit Hermelin" von Leonardo da Vinci und den "Barmherzigen Samariter" von Rembrandt bewundern. Das Museum für Pharmazie ist das größte dieser Art in Polen und eines der wenigen in der Welt. Da kann man sich in alchemistische Welt versetzen, die Gemütlichkeit der schönen Räume genießen und wohlriechende Düfte einatmen. Für Freunde der Fotografie ist der Besuch im Museum der Geschichte der Fotografie ein Muss. Die Museen auf dem Wawel-Hügel, in der Altstadt und in Kazimierz (das Jüdische Museum) sind einfach ein Muss!!!

VERANSTALTUNGEN

Krakau ist berühmt wegen seiner Veranstaltungen und Festivals. Im Sommer wird Kazimierz jedes Jahr zum Schauplatz des Festivals der Jüdischen Kultur, in dessen Rahmen über 60 Konzerte, Vorträge, Workshops, Diskussionen, Film- und Theater-Vorführungen angeboten werden. Im Juli findet "die Nacht des Europäischen Jazz" statt -- mit vielen gleichzeitig in der Stadt stattfindende Konzerten. Die Konzerte des sommerlichen Jazzfestivals finden im berühmten Krakauer Keller "Piwnica pod Baranami", sowie am Hauptmarkt und angrenzenden Strassen statt. In der zweiten Augusthälfte beginnt "Musik im alten Krakau": präsentiert wird Klassik -- vom Bach, Mozart und Vivaldi -- bis zu Kompositionen der neuesten Musik. Am Festival nehmen polnische sowie ausländische Gruppen und Solisten teil, Konzerte finden in den Konzertsälen, Kirchen, Synagogen, Höfen statt (im Rahmen des Festivals spielten u.a. Philharmonia Quartett Berlin, Hilliard Ensemble und Europa Galante). Sacrum-Profanum ist wiederum ein erst vor kurzem ins Leben gerufenes Krakauer Festival, das im September stattfindet. Seine Leitidee ist, Erscheinungen aus zwei völlig unterschiedlichen und gegensätzlichen Bereichen, dem sakralen und dem weltlichen, in Einklang zu bringen. Dabei sollen die großen Werke grundsätzlich an untypischen Orten präsentiert werden. Im Rahmen des ersten Festivals fand ein großes Konzert in einem postindustriellen Raum statt: Carl Orffs berühmte Carmina Burana wurde vor gut zweitausend Zuhörern in der alten Produktionshalle der Tadeusz-Sendzimir-Hütte aufgeführt. Im Juli kommen Theatergruppen aus ganzer Welt zum Straßentheaterfestival.

WISENT REISEN-STADTFUHRUNGEN

1. Das jüdische Krakau: Stadtteil Kazimierz

Wer gerne durch die Strassen streift, um die Stadt mit allen Sinnen zu erfahren, der muss früher oder später nach Kazimierz gelangen. Die gemütlichen kleinen Cafés, Galerien und Antiquitätenläden, die gepflasterten Gassen mit vornehmen Hotels, die alten Synagogen und der jüdische Friedhof, das bezaubernd provinzlerische des Viertels, das seit einigen Jahren Lieblingsort der Künstler ist - all das wirkt auf Touristen wie ein Magnet. Der mit zahlreichen Oskars ausgezeichnete Film "Schindlers Liste" von Steven Spielberg, der von den Schicksalen der Krakauer Juden im 2. Weltkrieg handelt, hat diesen Ort weltbekannt gemacht. Ein halbes Jahr lang wurden die Straßen von Kazimierz zur Filmkulisse. Unsere Führung ermöglicht Ihnen eine tiefere Einsicht in die Geschichte und spannende Gegenwart dieses Viertels.

2. Nowa Huta

Die Besucher von Nowa Huta können dort die stürmische Geschichte vom Stalinismus bis zur Gewerkschaft Solidarnos'c' verfolgen. Nowa Huta ist ein moderner Industriestadtteil Krakaus aus den 50-er Jahren, mit einer gewaltigen Eisenhütte. Nowa Huta war als perfekte Stadt geplant, die die sozialistische Utopie erfüllen und in direkte Konkurrenz zum konservativen Krakau treten sollte. Doch nicht alles gelang so wie vorgesehen. Zuerst ging es um die Kirche, deren Bau die kommunistischen Machthaber verhindern wollten. Am 24. April 1960 kam es aus diesem Anlass zu Unruhen, bei denen Menschen verprügelt und verletzt wurden. Die Stadt - schon damals mit Krakau zu einem Gemeinwesen verbunden - zeigte ihr neues Gesicht: Das Lieblingskind des Systems wurde zur Bedrohung. Als Nowa Huta sein 30-jähriges Bestehen feierte, rückten schon die stürmischen 80-er Jahre heran; da stellte sich auch heraus, dass durch die breiten Alleen nicht nur Umzüge zum Ersten Mai, sondern auch oppositionelle Demonstrationen marschieren können.

Heute wird Nowa Huta langsam zu einem Zentrum der modernen Kunst und Architektur. Konzerte in den stillgelegten Hallen der Stahlhütte im Rahmen des Festivals "Sacrum - Profanum", die Schaffung von ökologisch wertvollen Gebieten, das Ausweisen von Radwegen oder die Gründung einer Filiale in Nowa Huta durch das Historische Museum der Stadt Krakau sind erst der Anfang, diesen Stadtteil für Touristen zu erschließen.

Mit uns können Sie die geheimen Ecken dieses Stadtviertels erkunden. Wir machen eine Rundfahrt durch diese "ideale sozialistische Stadt", die Stadt "des neuen Menschen" mit ihrer monumentalen Architektur. Die polnische Architektur des sozialistischen Realismus knüpfte an die Renaissance an. So sehen Sie im Zentrum von Nowa Huta viele Gebäude, die reich mit Attika verziert sind, die meisten Häuser haben auch Bogengänge oder Lauben, kleine Türme, Säulen, usw. Manche Gebäude wurden wegen ihrer üppigen Verzierungen oft umgangssprachlich mit berühmten Bauten in Italien verglichen und auch so genannt. Z.B. das Hauptgebäude am Eingang zum Kombinat, der Sitz der Zentralverwaltung, wurde salopp Dogenpalast genannt, andere Gebäudekomplexe nannte man Vatikan, usw. Sie haben auch die Gelegenheit, die Stahlhütte und das spannende, neue Museum von Nowa Huta zu besichtigen. Sehenswert ist die Kirche von Nowa Huta, in Form der Arche Noah entworfen, die auf dem Berg Arafat gestrandet ist. Sie gibt Einblick in die neueste Geschichte Polens und birgt einige Überraschungen. Der Altar hat die Form einer Menschenhand; im Tabernakel funkelt ein Stein vom Mond, den die Besatzung des Weltraumschiffes Apollo 11 dem polnischen Papst Johannes Paul II. geschenkt hat. Die Orgel, die einen wunderbaren Klang hat, wurde von der weltberühmten Firma Franz von Beckkerath erbaut, sie besteht aus 3500 Pfeifen und vor dem Eingang in die Kirche hängen 8, nach den für den Bau verdienten Menschen genannte Glocken, und sie spielen jede volle Stunde eine Melodie.


Reisetipp:

Die Abtei Tyniec

Die Abtei Tyniec ist etwa 13 km südwestlich von Krakau entfernt. Sie liegt sehr malerisch zwischen Linden und Eichen, auf einem steil emporragenden Kalksteinfelsen auf dem rechten Weichselufer. Das 1044 gegründete Kloster in Tyniec ist eines der ältesten polnischen Klöster und eines von drei Benediktinerklöstern in Polen. Seit vielen Jahren ist Tyniec für seine Orgelkonzerte bekannt, die im Juli und August jeweils um 17 Uhr stattfinden. Klang der hiesigen Orgel, hinterlässt unvergessliche Eindrücke. Es lohnt sich auch eine Spaziergang entlang dem Weichseldamm zu machen, weil sich von dort aus die Abtei am besten präsentiert. Eine Schiffsfahrt nach Tyniec direkt von Krakaus aus ist möglich.

KRAKAUER FESTIVALS 2010


"Starzy i Mlodzi czyli Jazz w Krakowie" / Alt und Jung – Jazz in Krakau (24.-29.April). Ein Festival, das die Jazz Schule in Krakau organisiert. Jeden Tag haben junge Leute aus verschiedenen Ausbildungseinrichtungen Belgiens, Deutschlands, Finnlands, Frankreichs, Israels, Östereichs, der Ukraine und der USA die Möglichkeit aufzutreten und sich mit den Meistern in Jam Sessions zu treffen.

Internationales Festival "Off Camera" (16.04-25.04.2010) Die nächste Runde des internationalen Festivals, das dem unabhängigen Kino gewidmet ist. Geplant sind rund 350 Filmpräsentationen in diversen Krakauer Kinos.

Monat der Fotografie in Krakau (Mai 2010) Krakau wir im Mai zur Weltfotografiehauptstadt. Geplant sind 50 individuelle Ausstellungen und viele Begleitveranstaltungen: Dia-Vorführungen, Dokumentarfilme, Vorträge, Workshops, Diskussionen und Portfolio-Vorstellungen. Die Festivalveranstaltungen finden in den besten Krakauer Galerien statt, aber auch in Cafés, Kneipen und an anderen Orten, die für die Zeit des Festivals ihre Funktion ändern. Am Festival nehmen internationale Starfotografen teil, viel versprechende Künstler der jüngeren Generation, die eben erst beginnen die wichtigsten Galerien der Welt zu erobern, aber auch unbekannte Künstler, für welche die Teilnahme am Festival die erste Gelegenheit bietet sich einem breiteren Publikum vorzustellen.


"Waweldrachenfestival" (Juni). Eine Drachenparade für Kinder und Jugendliche aus ganz Europa. 2008 werden Drachen nicht nur aus ganzer Erde sondern auch aus der Galaxis präsentiert.


"Jüdisches Festival (26.06-4.07.2010) das größte polnische Festival dieser Art zur Erinnerung an die jüdische Kultur. Im Laufe der Festwoche werden zahlreiche Konzerte, Vorträge, Workshops, Diskussionen sowie Film- und Theatervorführungen angeboten.


"Letni Festiwal Jazzowy w Piwnicy pod Baranami" / Sommer Jazzfestival im Keller unter den Widdern (4.08-18.08.2010) Ein Kammerjazzfestival im legendären Keller, wo seit 1956 ein künstlerisches Kabarett seinen Sitz hat und sich Krakaus Künstlervolk trifft. Auch Open-Air-Konzerte, New Orleans Parade


Rozstaje” - “Crossroads” (Ende Juli) Präsentation der territoriellen und kulturellen Vielfalt Galiziens. Konzerte mit Künstlern aus Mitteleuropa sowie Werkstätten, Ausstellungen und Präsentationen des aussterbenden Handwerks.


Festival der Hoftänze “Cracovia Danza” (24.07-1.08.2010) Bei dieser Veranstaltung präsentieren die Ensembles Tänze aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock.


"Pierogi-Festival" (August) Pierogi sind polnische Teigtaschen, die mit Kraut und Pilzen, mit Fleisch oder mit Kartoffel und Frischkäse gefüllt sind. Das Festival ist ganz dem Genuss der beliebten „pierogi“ gewidmet.


Musik in altem Krakau (August) Festival klassischer Musik mit Künstlern aus aller Welt. Die Konzerte finden in den historischen Bauwerken Krakaus statt. 2008 trat u.a. The Hilliard Ensemble auf.


"Internationaler Wettbewerb Zeitgenössischer Kammermusik" (September). Am Wettbewerb nehmen junge talentierte Solisten sowie Instrumentalensembles beliebiger Zusammenstellung, auch mit Vokalisten, teil.


Sacrum Profanum Festival (September) Meisterwerke der vokalen und instrumentellen Musik. Präsentiert wurden Werken der Komponisten, die mit Wien (2004), Russland (2005), Frankreich (2006), Amerika (2007) , Deutschlad (2008) verbunden waren. 2009 bildet England den Schwerpunkt (The Cinematic Orchestra, Ensemble Intercontemporain von Pierre Boulez).


Bajit Chadasz“. (November) – Monat des Treffens mit der Jüdischen Kultur Meetings, Vorträge, Konzerte, Ausstellungen. Organisiert von der Judaica – Zentrum für Jüdische Kultur.

Zusammenstellung: Wisent Reisen. 2010


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südlicher Flair in Krakau
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gemütliches Appartement "Altstadt" von Wisent Reisen
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Salzbergwerk Wieliczka, UNESCO -Weltkulturerbe
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top Hotel "Rubinstein" im alten jüdischen Stadtteil
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top Hotel " Amadeus" direkt in der Altstadt
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"Kraftwerk" in Krakau (Festival Sacrum Profanum)

© Wisent Reisen 2009