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Der Bialowieza Urwald

Der Bialowieza-Nationalpark ist ein Wald der Superlative, der Wald zählt zu den bedeutensten UNESCO - Weltnaturerben. Bialowieza, der letzte grosse prähistorische Waldkomplex in Europa wurde schon 1932 zum Nationalpark erklärt. Von besonderem Interesse ist der Baumbestand dieses Laubmischwaldes. Dazu zählen sehr alte Eichen, Eschen, Winterlinden, Kiefern und Fichten. Ebenso beeindruckend ist der Pflanzen- und Tierbestand. 113 Pflanzengemeinschaften mit über 550 Blütenpflanzen wurden bis heute beschrieben. Mehr als 8500 Tierarten, darunter Säugetiere, Vögel und Insekten konnten untersucht werden. Die wenigsten Naturlandschaften Europas haben eine vergleichbare Artendichte.

Allen voran ist es der Wald der mächtigen Wisente, aber auch Elche, Luchse, Biber, Otter, Wildschweine und Wölfe kommen vor. Unter den zahlreichen Vogelarten befinden sich alle europäischen Spechte, Schwarz- und Weißstorch, neun Eulenarten, Kranich, Auerhahn, sowie mehrere Adlerarten, darunter See-, Schrei- und Schlangenadler. Im geschützten, prähistorischen Teil muss man mit einem Führer unterwegs sein. Auf den kilometerlangen Waldstrassen ist das Fahrrad ein ideales Verkehrsmittel.




"Osteuropa, vor Tausenden von Jahren. Dichte Mischwälder erstrecken sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Langsam wandern die ersten Menschen in die Wildnis ein und beginnen, sie zu verändern. Mit dem Entstehen von Feldern und Dörfern lichten sie die Wälder mehr und mehr, bis nur noch der Urwald von Bialowieza bleibt.
Fast unberührt haben seine Baumriesen die kriegerischen Zeiten überstanden. 50 Meter hoch ragen sie in den Himmel empor. Schwarzstörche haben in den ausladenden Ästen ihren Horst angelegt. Sie gehören zu den heimlichsten und seltensten Vögeln Europas. Im Totholz abgestorbener Bäume brüten Eulen und zahllose Spechte. Versteckt in den Kronen ziehen Adler ihre Jungen auf.
Die Artenfülle ist unermesslich, denn anders als im Wirtschaftswald bleibt abgestorbenes Holz am Boden liegen, Lebensraum für zahllose Insekten. Singvögel wissen diese Nahrungsfülle zu schätzen, überall aus den Büschen erklingt lautstark ihr Gesang. Doch der Reichtum an Leben hat noch einen anderen Grund. Bialowieza ist ein stetiger Wechsel zwischen trocken und naß. Versumpfte Stellen wechseln zu höhergelegenen Inseln und werden doch bald schon wieder von undurchdringlichen Kiefernmooren und Bachtälern abgelöst. So ist es nicht verwunderlich, daß die abwechslungsreiche Wildnis sogar zur Heimat besonders scheuerTiere geworden. Wölfe und Luchse gehen im Dickicht auf die Jagd, spähen nach Wildscheinen, Rehen und Hirschen. Und wie Wesen aus einer anderen Zeit durchstreifen noch heute Wisente den großen Wald.
Bialowieza mit seiner Lebensfülle ist einzigartig in Europa, es ist der letzte, noch existierende Tieflandsurwald." (www.schaetze-der-welt.de)




"Uralte, knorrige Bäume können ungestört wachsen, manche seit über 400 Jahren. Einige sind groß wie Hochhäuser, 50 Meter und mehr. Wie stumme Wächter der Jahrhunderte stehen sie da. Doch auch das Sterben hat in Bialowieza Zeit, dauert nicht selten ein ganzes Menschenleben: Morsche, vom Sturm gefällt Baumriesen haben Schneisen geschlagen, bleiben liegen, werden von Moosen und Flechten überzogen, vermodern und werden zu Erde. "Der natürliche Kreislauf, ein Wald wie vor 2000 Jahren", schwärmt Aleksander Waszkiewicz, "ein wilder Reichtum, ein Schatz, einzigartig." (Detektiv im letzten Urwald Europas, von Oliver Lück, in: www.spiegel.de)




"Die meisten Besucher kommen aber, um den Wisent zu sehen, das Symbol des Nationalparks, das größte frei lebende europäische Säugetier. Der mächtige, bis zu zwei Meter große und eine Tonne schwere Wisent strahlt Majestät und Kraft aus. Die Parkverwaltung wirbt ebenso mit dem "Imperator des Waldes", wie eine Brauerei, die den europäischen Bison nicht nur als Logo auserkoren, sondern auch ihr Bier nach ihm benannt hat: "Zubr" – trinken Sie sich stark wie ein Bulle.

Früher jedoch galten die scheuen Tiere mit ihren langen Brusthaaren und den nach oben gebogenen Hörnern als furchterregende Monster, die direkt aus der Hölle kamen. Und so war die Jagd auf diese verteufelten Kreaturen über Jahrhunderte als besondere Herausforderung für polnische Könige und russische Zaren. Ein riesiges Reservat wurde daher für die private Jagd der Monarchen abgeschirmt. Gut für den Erhalt des Waldes, schlecht für den Wisent: 1919 wurde das letzte frei lebende Tier erlegt. Erst 1952 konnten die ersten, in Bialowieza gezüchteten Wisente wieder ausgewildert werden. Eine Erfolgsgeschichte: Im letzten Winter wurden 439 Exemplare gezählt. (Detektiv im letzten Urwald Europas, von Oliver Lück, www.spiegel.de)




Die Zeichnungen von Mihaly Zichy, dem ungarischen Zeichner auf dem Hof der letzten Zaren (www.encyklopedia.puszcza-bialowieska.eu)

weiterführende Links

Der Internetauftritt des Bialowieza Nationalparks
Wikipedia über Bialowieza Nationalpark
Wikipedia über Bialowieza
Trees in Bialowieza


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Das "Tor zum Wald" - Eingang in den streng geschützten Teil des Bialowieza-Urwaldes
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