Biebrza Nationalpark

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Biebrza NP © Manfred Bächler

Der 1993 gegründete Biebrza Nationalpark ist das größte Sumpfgebiet Mitteleuropas und der größte und längste Nationalpark Polens. Verteilt auf über 1000 km2 erstrecken sich dort endlose Sümpfe, Moore, Seen, Wälder, Feuchtwiesen und Röhricht. Die Biebrza Sümpfe haben viel von ihrer Ursprünglichkeit behalten, da sie nie, im Gegensatz zu den meisten Sumpfgebieten Europas, entwässert wurden. Was dieses Gebiet so einzigartig macht, ist der Fluss Biebrza, der sich frei schlängeln und über seine Ufer treten darf, der im Frühling Wiesen in Seen verwandelt. Bei den Überschwemmungen schlägt da niemand Alarm – sie gehören halt zum Frühling.

Biebrza

Biebrza im Frühling © Manfred Bächler

1600 Seen und Teiche mit grossen Beständen von Wasserpflanzen, verbunden durch ein natürliches Flusssystem, bilden die Lebensgrundlage für den einzigartigen Brutvogelbestand. Hier leben u.a.: Schwarzstorch, Kranich, Wachtelkönig, einige Schnepfenarten (u.a. Doppelschnepfe), Brachvögel, Wiedehopf, Heidelerche, Kampfläufer, Weissflügelschwalbe, Seggen-Rohrsänger, sowie fünf Adlerarten. Von den ca. 300 Brutvogelarten Mitteleuropas sind hier 270 vertreten. Zudem dient die Sumpflandschaft tausenden von Zugvögel als Winterquartier. Berühmt ist der Biebrza-NP auch wegen den Kampfläufern – hier kann man ihre spektakuläre Balz erleben, bevor sie in die Tundren Sibiriens ziehen.

Elch

Elch im Biebrza NP © Paweł Świątkiewicz

Der Bruchwald der Sümpfe bildet wiederum einen guten Lebensraum u.a. für zahlreiche Elche. Im Winter lassen sich im Schnee die Spuren der Wölfe, Otter, Hermeline, Wildschweine, Elche und vieler anderen vierbeinigen und geflügelten Bewohner der Sumpfgebiete entdecken.

Die Pflanzenwelt des Nationalparks besitzt einen äußerst großen Artenreichtum. Zudem zeichnet sie sich durch einen hohen Grad an Ursprünglichkeit und durch das Vorkommen vieler seltener Arten aus. Insbesondere Pflanzen nördlichen Ursprungs sowie Glazialflora finden dort ideale Bedingungen. Bisher wurden im Biebrza-Tal über 920 Arten von Gefäßpflanzen nachgewiesen. 67 von ihnen stehen unter polnischem Artenschutzrecht und 45 auf der Roten Liste der gefährdeten Gefäßpflanzen in Polen (unter anderem die Blattlose Schwertlilie , die Schachbrettblume, das Moorveilchen, die Heidelbeer – Weide). Auch zahlreiche Orchideenarten finden wir in dem Gebiet.

Biber

Bieber im Biebrza NP © Paweł Świątkiewicz

„Und in der Dämmerung klatschen gar die Biber mit ihren Schwänzen auf das bleierne Wasser. Schliesslich heisst Biebrza nicht umsonst auf Altpolnisch Biberfluss“. (Christian Kaiser, Am Woodstock der gefiederten Sänger, 2. Juni 2002, NZZ am Sonntag). 

 

 

 

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