Der Białowieża Urwald

Der Europäische Gerichtshof hat entschieden – gute Nachricht für den Białowieża Urwald !

Am 17.4.2018 entschied der Europäische Gerichtshof in einem in Luxemburg verkündeten Urteil, dass die Abholzung zehntausender Bäume im geschützten polnischen Bialowieza-Urwald gegen das Naturschutzrecht der EU verstösst! Die polnischen Aktivisten aus dem Camp im Urwald, Umweltschutzorganisationen, viele der Einwohner der Region Białowieża und alle Naturfreunde, die monatelang für Öffentlichkeit gesorgt haben, feiern heute – ein Angriff auf ein einzigartiges Naturdenkmal ist abgewehrt worden!!! Jedoch sie bleiben auch wachsam und wollen kontrollieren, ob das Urteil die Holzfäller im Urwald wirklich stoppen wird. Der neue Naturschutzminister müsste jetzt dafür sorgen, dass der gesamte Bialowieza-Urwald in Polen richtig geschützt, d.h. zum Nationalpark wird…

Seit Frühling 2017 wurde in mehreren Bezirken des UNESCO geschützten Waldes massive Abholzung betrieben. Wisent Reisen engagierte sich zusammen mit Umweltorganisationen gegen dieses schädliche Treiben der pol. Regierung. Die meist gestellten Fragen zum Konflikt um den Białowieża Urwald versuchten in einer Erklärung bekannte polnische Wissenschaftler zu beantworten: weiter lesen.  Am Entstehen mehrerer Protestschreiben u.a. des lokalen Tourismus, der Wissenschaftler und von Kulturschaffenden an die Verantwortlichen Regierungsmitglieder waren wir beteiligt. In den Gebieten der Abholzung wird seit Wochen ein Protestcamp unterhalten. Zur Information der internationalen Medien wurde die Infoseite: save-bialowieza.net aufgebaut. Wisent Reisen unterstützt zusammen mit dem Bruno Manser Fonds und Pingwin Planet die Aktionen für den Urwald.

Der Osteuropa Fond von Wisent Reisen tritt für die Erhaltung dieses einmaligen Waldes ein. Bitte unterstützen Sie uns ! Spenden mit Vermerk: „Urwald“. Herzlichen Dank !

Spenden an: Wisent Reisen, Aemtlerstrasse 39, 8003 Zürich
IBAN: CH45 0900 0000 5000 8293 3
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Sperlingskautz ©: Adam Wajrak

Der Białowieża-Nationalpark ist ein Wald der Superlative, der  zu den bedeutensten UNESCO – Weltnaturerben zählt. Białowieża, der letzte grosse prähistorische Waldkomplex in Europa wurde schon 1932 zum Nationalpark erklärt. Von besonderem Interesse ist der Baumbestand dieses Laubmischwaldes. Dazu zählen sehr alte Eichen, Eschen, Winterlinden, Kiefern und Ulmen. Ebenso beeindruckend ist der Pflanzen- und Tierbestand. 113 Pflanzengemeinschaften mit über 550 Blütenpflanzen wurden bis heute beschrieben. Mehr als 8500 Tierarten, darunter Säugetiere, Vögel und Insekten konnten untersucht werden. Die wenigsten Naturlandschaften Europas haben eine vergleichbare Artendichte.

Wolf

Wolf © Grzegorz Trofimowicz

Allen voran ist es der Wald der mächtigen Wisente, aber auch Elche, Luchse, Biber, Otter, Wildschweine und natürlich Wölfe kommen vor. Unter den zahlreichen Vogelarten befinden sich alle europäischen Spechte, Schwarz- und Weißstorch, neun Eulenarten, Kranich, Auerhahn, sowie mehrere Adlerarten, darunter See-, Schrei- und Fischadler. Im geschützten, prähistorischen Teil muss man mit einem Führer unterwegs sein. Auf den kilometerlangen Waldstrassen ist das Fahrrad ein ideales Verkehrsmittel.

„Osteuropa, vor Tausenden von Jahren. Dichte Mischwälder erstrecken sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Langsam wandern die ersten Menschen in die Wildnis ein und beginnen, sie zu verändern. Mit dem Entstehen von Feldern und Dörfern lichten sie die Wälder mehr und mehr, bis nur noch der Urwald von Białowieża bleibt. Fast unberührt haben seine Baumriesen die kriegerischen Zeiten überstanden. 50 Meter hoch ragen sie in den Himmel empor. Schwarzstörche haben in den ausladenden Ästen ihren Horst angelegt.

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Luchs im Urwald © Michał Androsiuk

Sie gehören zu den seltensten Vögeln Europas. Im Totholz abgestorbener Bäume brüten Eulen und zahllose Spechte. Versteckt in den Kronen ziehen Adler ihre Jungen auf. Die Artenfülle ist unermesslich, denn anders als im Wirtschaftswald bleibt abgestorbenes Holz am Boden liegen, Lebensraum für zahllose Insekten. Singvögel wissen diese Nahrungsfülle zu schätzen, überall aus den Büschen erklingt lautstark ihr Gesang. Doch der Reichtum an Leben hat noch einen anderen Grund. Bialowieza ist ein stetiger Wechsel zwischen trocken und naß. Versumpfte Stellen wechseln zu höhergelegenen Inseln und werden doch bald schon wieder von undurchdringlichen Kiefernmooren und Bachtälern abgelöst. So ist es nicht verwunderlich, daß die abwechslungsreiche Wildnis zur Heimat besonders scheuer Tiere wurde. Wölfe und Luchse gehen im Dickicht auf die Jagd, spähen nach Wildscheinen, Rehen und Hirschen. Und wie Wesen aus einer anderen Zeit durchstreifen noch heute Wisente den großen Wald.
Białowieża mit seiner Lebensfülle ist einzigartig in Europa, es ist der letzte, noch existierende Tieflandsurwald.“ (www.schaetze-der-welt.de)

Foto ©: Adam Wajrak

Die meisten Besucher kommen aber, um den Wisent zu sehen, das Symbol des Nationalparks, das größte frei lebende europäische Säugetier. Der mächtige, bis zu zwei Meter große und eine Tonne schwere Wisent strahlt Majestät und Kraft aus. Zur Wisentbeobachtung eigenen sich in erster Linie Winter und Frühling.

 

 

 

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