Schule der polnischen Reportage

  
Wojciech Jagielski, geboren 1960, ist Journalist und Reportagenschreiber und lebt in Warschau. In den 1980er Jahren begann er als Journalist für die Polnische Presseagentur PAP; seit 1991 arbeitet er für die „Gazeta Wyborcza“. Seine Spezialgebiete sind Afrika, Zentralasien und der Kaukasus. Bislang veröffentlichte er vier Bücher: Dobre miejsce do umierania (Ein guter Platz zum Sterben), Modlitwa o deszcz (Regengebet), Wieże z kamienia (Steinerne Türme) sowie Nocni wędrowcy (Wanderer der Nacht). Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Er wird zwar gern und häufig mit Ryszard Kapuściński verglichen, ging jedoch von Anfang an seinen eigenen schriftstellerischen Weg.
Quelle: www.znak.com.pl
Ryszard Kapuściński Ryszard Kapuscinski wurde am 4. März 1932 in Pinsk geboren, das damals noch polnisch war und heute zu Weißrußland gehört. 1945 kam seine Familie nach Warschau. Er studierte Geschichte an der Universität in Warschau. Von 1956 bis 1981 arbeitete er als Auslandskorrespondent für die polnische Presse, vornehmlich in Asien, Lateinamerika und Afrika - Wo immer in den vergangenen fünf Jahrzehnten ein Bürgerkrieg, eine Revolution, ein Umsturz stattfand, war er zur Stelle. Ryszard Kapuscinski zählt zu den bedeutendsten Journalisten der Gegenwart. Seit 1981 lebte Ryszard Kapuscinski als Journalist und Schriftsteller in Warschau. Er starb im Januar 2007 in Warschau. Auf Deutsch erhältlich "Der Andere", "Notizen eines Weltbürgers", "Meine Reisen mit Herodot", "Die Erde ist ein gewalttätiges Paradies"
Hanna Krall, 1937 in Warszawa (Warschau) geboren,ist durch ihre lakonischen Reportagen über die Ermordung der europäischen Juden durch die Nationalsozialisten und die Folgen für die heute Lebenden bekannt geworden. Ganz sicher würde sie aber mißverstehen, wer in ihr die Anwältin der gekreuzigten jüdischen Nation sähe. Hanna Krall kennt keine Aufspaltung in gute und schlechte Nationen. Sie fühlt sich von Einzelschicksalen angezogen, bei denen Recht und Unrecht, Moral und Schuld, Ehre und Feigheit unmittelbar nebeneinander liegen, wo ein und derselbe Mensch als Täter und als Opfer agiert. Auf Deutsch a.a "Dem Herrgott zuvorkommen", "Existenzbeweise", "Unschuldig für den Resze des Lebens"
Lidia Ostałowska, geboren 1954, ist Journalistin, Reporterin bei der „Gazeta Wyborcza” und Autorin zahlreicher Re­portagen über Menschen mit einem besonderen Schicksal: nationale und ethnische Minderheiten, Frauen, Jugendliche aus Subkulturen, von der Gesellschaft Ausgeschlossene. Im Jahr 2000 veröffentlichte sie einen Erzählband über die Roma in Europa, 2011 erschien die Reportage "Wasserfarben"
Mariusz Szczygieł 1966 geboren, begann als Moderator beim Fernsehen. Als die Zeitung Gazeta Wyborcza gegründet wurde, die mit ihren regelmässigen Reportagebeiträgen als inoffizielle Erbin des Geistes Ryszard Kapuscinskis gilt, hängte er den Fernsehjob an den Nagel und widmete sich fortan vollständig dem Schreiben. Auf Deutsch "Gottland"
Mariusz Wilk, geboren 1955 in Breslau. 1981 Pressesprecher der Solidarność in Danzig, inhaftiert von Dezember 1981 bis 1983 und von 1984 bis 1986. Nach 1989 zuerst Korrespondent in Berlin und später in Moskau. 2003 erschien bei Zsolnay Schwarzes Eis. Mein Russland, 2008 folgte "Das Haus am Onegasee".