Studienreise jüdische Welten Polens

Reiseprogramm

1. Tag: Anreise Schweiz – Polen
Individuelle Anreise nach Warschau. Die erste Begegnung mit der Stadt: Ein Spaziergang durch die wiederaufgebaute Warschauer Altstadt.

2. Tag:  Warszawa
Heute erwartet Sie eine literarische Führung durch das jüdische Warschau, der ein Besuch im POLIN-Museum der Geschichte der polnischen Juden folgt. Polin steht im Jiddischen für das Land Polen, kann aber auch mit „Hier verweile“ übersetzt werden. Nach Absicht der Kuratoren soll das POLIN ein Museum des Lebens sein und nicht nur der Vergangenheit und Todes. Es soll auch zwischen heutigen Polen und Juden sowie zwischen Juden und dem jüdischen Erbe Brücken schlagen. Am Abend haben wir eine Begegnung mit der polnischen Lyrik geplant.

3. Tag:  Warszawa
Treffen mit einem  Warschauer Historiker, der uns über das Ringelblum-Archiv erzählt. Emanuel Ringelblum gründete im Warschauer Ghetto ein geheimes Archiv. Die Nachwelt sollte von den Menschen im Ghetto erfahren und von der Vernichtungspolitik der deutschen Besatzer. Ab dem 22. Juli 1942 begann die Deportation der Warschauer Juden – wenige Tage später sicherten Mitstreiter der Untergrundgruppe einen ersten Teil des Archivs. Sie versteckten die Dokumente in zehn Metallkästen im Keller eines Gebäudes im Ghetto. Im Februar 1943 wurde ein zweiter Teil des Archivs in zwei großen Milchkannen in demselben Keller versteckt. Ein dritter Teil wurde im April 1943 an mehreren Orten verborgen. Nur drei Mitglieder des geheimen Archivs überlebten den Holocaust: die gefunenden Teile des Archivs wurden zu einer wichtigen Quelle für die Erforschung der Geschichte der Juden im besetzten Polen.

Am Nachmittag Zeit zur freien Verfügung in Warschau. Individuelles Abendessen.

4. Tag:  Warszawa – Lublin
Heute fahren wir mit unserem Bus Richtung Osten und vertiefen uns in die Welt des polnischen Schtetls. In Góra Kalwaria (Ger) bekommen wir eine Einführung in Chassidismus, in Kazimierz Dolny (Kusmir) besuchen wir den jüdischen Friedhof. Übernachtung in Lublin, im „jüdischen Oxford“.

5. Tag:  Lublin
Wir beginnen den Tag mit einer literarischen Führung durch die Stadt. In Lublin wurde im 18. Jahrhundert Jaakow Jizchak Horowitz geboren, der wesentlich zur Entwicklung des polnischen Chassidismus beigetragen hat und der „Seher von Lublin“ genannt wurde. Die Stadt wurde weltweit durch den aus der Lubliner Region stammenden Literaturnobelpreisträger Isaac Bashevis Singer bekannt, der in einem seiner berühmten Romane mit dem Titel „Der Zauberer von Lublin“ das Schicksal seines jüdischen Helden im 19. Jahrhundert spielen lässt. Am Nachmittag besichtigen wir die Gedenkstätte Majdanek – in der Begleitung eines der Autoren der neuen Ausstellung. Übernachtung in Lublin.

6. Tag:  Lublin – Zamość
Auf dem Weg nach Zamość eine Meditation auf dem Markt und Friedhof in Izbica. Am Nachmittag erkunden wir die Geburtsstadt von Rosa Luxemburg und Icchak Lejbusz Perec. Die Stadt wurde ab 1578 nach den Vorstellungen des venezianischen Baumeisters Bernardo Morando im Stil der italienischen Renaissance, als „ideale Stadt“ erbaut, was ihr den Namen „Padua des Nordens“  einbrachte. Die Altstadt  gehört seit 1992 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Übernachtung in Zamość.

7. Tag:  Zamość – Kraków
Heute fahren wir zuerst nach Bełżec. Der deutsche Autor, Matthias Kneip, schrieb so über diese Gedenkstätte: „Seit dem Jahr 2004 erinnert in Bełżec ein gewaltiges Monument an das Verbrechen von damals. Ein Mahnmal, von dem nicht wenige Besucher sagen, dass es das Erinnern erschlägt, weil es die Form der Erinnerung vorgibt. (…) Hier ist der Weg der Erinnerung vom Monument vorgezeichnet. Es liegt am Besucher selbst, sich darauf einzulassen oder umzukehren.“ Auf dem Friedhof in Leżajsk besuchen wir Ohel (Grab) einer der bedeutendsten Gestalten des Chassidismus, des Zadiks Elimelech. In Łańcut lassen wir uns die barocke Synagoge nicht entgehen – es ist einer der bedeutendsten sakralen Bauten in Polen. Übernachtung in Kraków.

8. Tag:  Kraków
Den Tag beginnen wir mit einer literarischen Führung durch die Krakauer Altstadt. Heute treffen wir auch den Inhaber des interessanten Verlags AUSTERIA, der alte und neue jiddische und hebräische Literatur popularisiert. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Individuelles Abendessen Übernachtung in Kraków.

9. Tag:  Kraków
Das jüdische Viertel von Krakau, in dem unser Hotel liegt und das wir heute besichtigen, heisst Kazimierz – es ist das letzte in seiner Bausubstanz erhaltene Schtetl Osteuropas, der Drehort von «Schindlers Liste», eines der wichtigsten Zentren des jüdischen Geisteslebens überhaupt. Im 15. und 16. Jahrhundert sind hier die entscheidenden Gedanken des Judentums gedacht worden. An das Grab des Wunderrabbiners Mosche Isserles-Remuh pilgern bis heute Juden aus der ganzen Welt. Kazimierz hat viele Geschichten zu bieten  – lassen Sie sich überraschen. Am Abend steht ein Klezmer-Konzert auf dem Programm. Übernachtung in Kraków.

10. Tag:  Rückreise
Individuelle Rückreise – von Krakau oder von Warschau.

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