Wisent Osteuropafund

Reisen verbindet, öffnet neue Horizonte, bringt Kulturen und Menschen einander näher… Aus dem Bedürfnis, die bereisten Gebiete nicht nur zu «konsumieren», sondern sich auch mit den Schwierigkeiten und Problemen der Regionen und ihren Menschen auseinanderzusetzen und in bescheidenem Rahmen etwas zu bewirken, entstand der Unterstützungsfund Osteuropa von Wisent Reisen. Ein Grossteil der finanziellen Mittel erhält der Fond durch die Projektabgabe bei unseren Reisen wie z.B «Grüne Lunge Polens» oder «Velowoche» und durch zusätzliche Spenden unserer Gäste.

Die WISENTE freuen sich sehr, wenn Sie den Projektfond unterstützen, dies kann mit einer Einzahlung auf das Wisent – Konto  mit dem Vermerk «Osteuropafund» gemacht werden.

Wisent Reisen, Aemtlerstr. 39, 8003 Zürich
IBAN: CH45 0900 0000 5000 8293 3
PostFinance: POFICHBEXXX

Herzlichen Dank!

UNSERE PROJEKTE

POLEN

1) Schutz des Białowieża-Urwaldes:

Im Białowieża-Urwald kommt es immer häufiger zum Holzeinschlag in den hundertjährigen Baumbeständen.(…) Das Komitee des UNESCO-Weltnaturerbes hat den Białowieża Urwald aufgrund seiner außergewöhnlichen Werte ausgezeichnet, die viele andere Wälder der Erde schon längst verloren haben. Wer ihn nur als eine Holzquelle wahrnimmt, unterscheidet sich nicht von jemandem, der in einer alten Ikonostase oder im Veit Stoß-Altar nur Bretter sieht (aus dem offenen Brief der Kulturschaffenden an die polnische Regierung)
Aktuell bemühen wir uns intensiv um den Schutz des Bialowieza-Urwaldes.  Der ganze Wald muss zum Nationalpark erklärt werden, nur so kann die unsinnige Abholzung gestoppt werden, welche die konservative polnische  Regierung verfolgt ! Und das trotz der massiven Proteste der Wissenschaft, der Bevölkerung, Naturschutzorganisationen und Vertreter des Tourismus. Die meist gestellten Fragen zum Konflikt um den Białowieża Urwald versuchten in einer Erklärung bekannte polnische  Wissenschaftler zu beantworten: weiter lesen.  Wisent Reisen engagiert sich  zusammen mit dem Bruno Manser Fond für den Schutz des Urwaldes.  Die Lektüre des  Briefes der Kulturschaffenden zum Schutz des Białowieża Urwaldes)  bringt Ihnen das Thema näher. Mehr Infos auf Englisch: save-bialowieza.net

 

 

2) Unterstützung des polnischen Vereins „Tropinka“, 2016

tropinkaDie Wisente sind Mitbegründer eines Kulturvereins im Białowieża Urwald: des Vereins zur Förderung des Dialoges „Tropinka“  – wir stellen auch dem Verein unser Kulturhaus in Świnoroje, bei der Residence „Rousseau“, kostenlos zur Verfügung. „Tropinka“ heisst in dem Dialekt dieser weissrussisch und ukrainisch beeinflussten Region ein Pfad, der im Walde von den Tieren, aber auch von den Menschen, ausgetreten wird – die Richtung ist nicht immer eindeutig, nicht vorbestimmt, wichtig ist eher die Ahnung der Richtung, Offenheit, Lust am Entdecken. Der Verein versammelt die von velos urwaldPodlachien und vom Urwald faszinierten Einwohner, aber auch Menschen aus ganz Polen und Europa. Das Interesse an der Kultur und am Erbe dieser Grenzregion bewegt uns dazu, die Erinnerung an die multikulturelle Vergangenheit dieser Gebiete zu pflegen und einen Dialog zu suchen, der die Bereitschaft zum Zuhören, die Achtung des Anderen und Neugier am Fremden, Neuen bedeutet.

Bei der Eröffnungsveranstaltung des Vereins im Mai 2016 hat Wisent Reisen die Exkursionen in den Urwald und die Verpflegung organisiert – Tropinka möchte solche Ausflüge auch für lokale Bevölkerung, insbesondere für Kinder, regelmässig durchführen.

 

todarWisent Reisen hat ebenfalls das Konzert des weissrussischen Sängers, ZMICIER WAJCIUSZKIEWICZ, Künstlername „Todar“ finanziert, der im Mai 2016 in der Scheune der Residence „Rousseau“ aufgetreten ist. Der Künstler hat einen jungen polnischen Musiker Borys Piszczatowski zum gemeinsamen Musizieren eingeladen: ein Dialog zwischen den Kulturen und Generationen. Todar darf in Weissrussland nicht frei auftreten. Video

 

tropinkaIm September 2016, im Rahmen des Zyklus „Begegnungen an der Grenze“ wurde ein „Scheunenkonzert“ in der Residence „Rousseau“ organisiert. Dies als Krönung des UKRAINISCHEN TAGES mit der polnischen Gruppe „Karbido“, dem Lemberger Schlagzeuger Ihor Hnydyn und dem ukrainischen Autor Jurij Andruchowytsch. Nach einer ganzen Woche Aufenthalt bei Wisent Reisen, mit intensiven Proben, aus denen die Aufnahme einer neuen CD resultierte, gab`s auch die Uraufführung des musikalisch-lyrischen Projektes „Stanislawow, Lithographien“. Die Musik zu den Gedichten von Jurij Andruchowytsch entstand während dieser Tage im Białowieża Urwald! Video

 

3) Amphibienteiche im Białowieża Urwald, 2013-2018

Laubfroch, TeichanlageAls Fortsetzung des Projektes in Białowieża aus den Jahren 2003-2007 arbeiten wir zusammen mit dem dänischen Biologen Lars Briggs an einem Amphibienbiotop im Dorf Pasieki im Norden des Białowieża-Urwaldes 2013–2018.
Wisent Reisen hat über seinen Osteuropa-Fond als ersten Schritt 2,5 Hektaren eines besonders wertvollen Geländes direkt als Fortsetzung des Urwaldes gekauft. Die Sumpfwiesen liegen im Gebiet von Natura 2000. Die Übergangszone von Urwald zu Sumpfwiesen gilt als ökologische besonders wertvoll u. artenreich.

PasiekiHier entsteht in den nächsten Jahren in Zusammenarbeit mit dänischen Amphibienspezialisten ein neues kleines Reservat. Bereits jetzt gibt es in Pasieki fünf Teiche, die 2015 gegraben wurden.  Investitionsvolumen Wisent Osteuropafond 2013 – 2018 ca. CHF 20000.-

 

 

4)  Druckunterstützung, 2014

wilczek spotkanie z simona kossakDruckunterstützung des Buches von Lech Wilczek über Prof. Simona Kossak. (1943–2007) Sie stammte aus einer berühmten Krakauer Malerfamilie, hat jedoch Białowieża als ihr Zuhause gewählt. In einem Försterhaus mitten im Wald hat sie mit dem Fotografen Leszek Wilczek gelebt. Ihr Leben war unzertrennlich verbunden mit dem Urwald, seinem Schutz und seinen Bewohnern. Berühmt und beliebt waren Simona Kossaks Tiergeschichten im polnischen Radio. Ihr Traum war die Erweiterung des Nationalparks auf den ganzen Białowieża-Urwald. Wisent Reisen Unterstützung: CHF 2500.-

 

 

5)  Amphibienschutzprojekt 2003–2007
Für das Amphibien-Schutzprojekt erfassen dänische und polnische Biologen seit 1995 die Amphibienbestände ausgewählter Landschaften in Nordostpolen. Von einigen Gebieten, einschliesslich der Region um Białowieża stehen inzwischen detaillierte Informationen zur Verfügung.
teich froschDie Amphibienbestände scheinen grossräumig rückläufig zu sein. Die wichtigste Massnahme zum Schutz der Bestände ist die Erhaltung oder Neuschaffung von geeigneten Laich- und Lebensräumen. Seit 1998 werden neue Teiche angelegt und die Bestände kontrolliert. Nach dem Erfolg der ersten Projekte konnten dank der Unterstützung der dänischen Regierung 100 grosse Teiche gegraben werden.
Im Sommer 2002 wurden kleine, isolierte Bestände der Wechselkröte (Bufo viridans) sowie der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) in Teremiski und Białowieża gefunden. Die involvierten PasiekiWissenschaftler von Amphi Consult möchten versuchen, diese Bestände zu erhalten, was aber rasches Handeln erforderte. Wisent Reisen entschloss sich über den eigenen Osteuropafonds 10000,- Złoty als Soforthilfe zur Grabung von zwei nötigen Teichen zu sprechen. Auch Laubfrösche (Hyla arborea) benötigen ein gleiches Habitat, somit die Teiche auch dieser Spezies als Lebensraum dienen können.

6) Umwelt-Bildungszentrum in Polen 1996–2001

bialowiezaVon 1996 bis 2001 konzentrierten wir unsere Mittel in erster Linie zu Gunsten des neuen Umwelterziehungszentrums in Białowieża (Polen). Im Rahmen des internationalen Projektes «Grüne Lunge Polens», erachteten wir dieses Projekt als sehr vielversprechend. Die Hilfe zu Gunsten des Bildungszentrums im Białowieża Nationalpark wurde in erster Linie durch eine Abgabe auf den Pauschalpreis bei unseren Reisen «Grüne Lunge Polens», also durch Sie als unsere Gäste ermöglicht. Die Gelder wurden jeweils in Zusammenarbeit mit Naturschutzorganisationen zur Verfügung gestellt.

UKRAINE

1) Flüchtligshilfe für die Ukraine, 2015

ukraine_hilfeUnterstützung von kinderreichen Flüchtlingsfamilien aus der Ostukraine (Donbas-Region) welche in die Westukraine übersiedeln mussten. (Kauf von Medikamenten / Brennholz / Einrichtungen). Mit Hilfe der Wisent Reisen – Gäste konnten wir CHF 1850.00 an Prof. Myron Zeitler überweisen, der die Hilfe vor Ort, in Boryslau organisiert.

 

 

2)  Kultur- und Wissensaustausch zwischen der Schweiz und der Ukraine
Unsere Studienreisen nach Galizien und in die Bukowina bleiben nicht ohne Nachwirkungen für uns sowie für die Menschen vor Ort. Der gegenseitige Austausch von Erfahrung und Wissen ist Wisent Reisen ein großes Anliegen. Dies gilt besonders in der Ukraine, dem flächenmäßig größten Land Europas, das hinter der Schengen-EU-Grenze durch die Visumspflicht abgeschnitten ist. 2012 haben wir begonnen, über die politischen und wirtschaftlichen Schranken hinweg bedeutende Leistungen und wichtige Verdienste durch Wissenschaftler, Kulturschaffende und Künstler zu unterstützen.

Oleg Liubkiwskij – dem Vergessen entreissen

oleg czernowitz Oleg Ljubkiwskij  „malt sie (seine Stadt, Czernowitz)  von oben, im Überflug der Dächer, er malt sie aus versteckten Winkeln, von außen nach innen, er malt ihre Oberfläche, als wären die Wände eine verletzte Haut; er malt sie von unten, auf dem verschütteten Trottoir vor dem Geburtshaus Rose Ausländers in Richtung Oberstadt und zerrt von da die Kirchtürme aus jederkonfessionellen Himmelsrichtung ins Bild: Ein Bild, das weder Vorder‐noch Hintergrund kennt oder beides in einem ist: Czernowitz. Oleg Ljubkiwskij nennt sie «seine Stadt.“ („Späte Ehrea“ von Judith Schifferle). Dem Czernowitzer Maler konnten wir eine Ausstellung (November 2012 bis Februar 2013) in Zürich organisieren und eine Reise in die Schweiz ermöglichen.

Jurij Andruchowytsch und die ukrainische Revolution

Wir haben auch Sebastian Hefti (he projektentwicklung) und Daniel Ganzfried mitgeholfen, am 11.11.2014 ein Gespräch über den Majdan in Kiev mit dem ukrainischen Schrriftsteller, Juri Andruchowytsch, in Sphères in Zürich zu organisieren. Aus dem Ankündigungstext: „Stell Dir vor, da ist eine Revolution, und Europa rümpft die Nase.“ Auf den Majdan, dem zentralen Platz in der ukrainischen Hauptstadt Kiev, strömten vor einem Jahr Juri Andruchowytsch in Zürich, in SphèresHunderttausende Menschen zusammen. Was sie einte, war der Überdruss an einem korrupten Regime und die Hoffnung, dass ihr Land seine weiteren Geschicke bald demokratisch und frei bestimmen könne. Mittendrin auch Juri Andruchowytsch, einer der bekanntesten Schriftsteller des Landes: «Nie werde ich vergessen, wie wir in der Nacht auf den 11. Dezember von überall her zum Maidan strömten, um ihn mit unserer Menge, unserer lebenden Menschenmasse, vor dem Sturm der Polizeisondereinheiten zu schützen.» Die Welt wurde Zeuge einer Revolution und Europas Gedanken der Freiheit sah sich mit politischem Leben erfüllt. Das alte Regime musste am 21. Februar 2014 ins Ausland fliehen, aber statt die Freiheit gestalten zu können, sah sich die Ukraine von der konterrevolutionären Propaganda und schliesslich von einem Krieg bedrängt. Völkerrecht, Staatsverträge, Garantien wurden über Nacht zu Makulatur. Auf internationale Solidarität hofften die Revolutionäre vergebens. Fragen über Fragen türmten sich: Überlebt die Ukraine? Was geschah wirklich auf dem Maidan? Steuert die Ukraine in die Spaltung von Ost und West? Geht es am Ende um geopolitische Einflusssphären? Welche Erinnerung bleibt von der Freiheit auf dem Majdan? Juri Andruchowitsch weiss davon zu berichten. Dieses Frühjahr erschien in der edition suhrkamp der von ihm herausgegebene Essayband: „EUROMAIDAN. Was in der Ukraine auf dem Spiel steht“.

3) Bestandesaufnahme, Gefährdungspotential und Schutzmaßnahmen der wichtigsten Pflanzengesellschaften im ukrainischen Karpatenhochland. 2003–2007

karpatenDas auf mehrere Jahre angelegte Projekt wurde wissenschaftlich geleitet vom «Institute of Ecology of the Carpathians». National Academy of Siences, in Lwiw/Lemberg, Ukraine. Ein Grossteil der Feldarbeit wurd von der biologischen Station «Pozhyzhevska» ausgeführt. Gesamthaft sind 13 Wissenschaftler in das Projekt involviert. Zur effizienten Feldarbeit benötigte die Station mobile Soft- und Hardware zur Datenerfassung.

 

ostapWisent Reisen finanzierte aus dem Projektfond einen mobilen Computer inkl. Datenbanksoftware und einer Digitalkamera mit der Möglichkeit von Makroaufnahmen. Gesamtkosten für den Projektfond ca. Fr. 3800.- Das Equipment wurde im Mai 2005 von Wisent Reisen übergeben.
«Using mobile hardware in the field give us a valuable opportunity to solve some statistical or modeling problems instantly that doesnt`t restrain the entire project, and of course to have full database of the project always at hand.» Dr. Ostap Reshetylo.